{"id":364,"date":"2022-10-21T14:24:54","date_gmt":"2022-10-21T12:24:54","guid":{"rendered":"https:\/\/antiimperialiststruggle.noblogs.org\/?p=364"},"modified":"2022-10-21T14:24:54","modified_gmt":"2022-10-21T12:24:54","slug":"ozgul-brief-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antiimperialiststruggle.noblogs.org\/de\/post\/2022\/10\/21\/ozgul-brief-1\/","title":{"rendered":"Brief von \u00d6zg\u00fcl Emre"},"content":{"rendered":"<p><em>Dieser Brief wurde von \u00d6zg\u00fcl Emre k\u00fcrzlich von der JVA Rohrbach an ihren Anwalt geschickt und vom T\u00fcrkischen ins Deutsche \u00fcbersetzt. Sie beschreibt die Foltermethoden der Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rden, die ihr keine sanit\u00e4ren Bedingungen und keine Privatsph\u00e4re gew\u00e4hren.<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Wie geht es dir? Wie geht es euch? Mir geht es aufgrund meiner Gewissheit, im Recht zu sein- trotz der politischen und juristischen Belagerung gegen mich- sehr gut. Der Prozess gegen mich, sowie meine Inhaftierung sind aus meiner Sicht unrechtm\u00e4\u00dfig und auch entgegen der Gesetze. Obwohl mein Wohnort bekannt ist und obwohl ich noch am Tag meiner Verhaftung einen Termin in einer Beh\u00f6rde hatte, wurde so getan, als k\u00f6nnte man mich nicht finden, als w\u00fcrde ich nie in meine Wohnung gehen und so wurde ich auf Grundlage von L\u00fcgen auf offener Stra\u00dfe entf\u00fchrt. Es wurde bezweckt, mich als Schuldige darzustellen. Denn anders h\u00e4tten sie meine Verhaftung und die Untersuchungshaft nicht begr\u00fcnden k\u00f6nnen. Der Prozess gegen mich h\u00e4tte auch ohne Untersuchungshaft stattfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>So wurde ich also verhaftet. Ich wurde verhaftet, weil ich den V\u00f6lkern in der T\u00fcrkei und auf der ganzen Welt die Wahrheiten \u00fcbermittelte. Auf der einen Seite musste diese Wahrheit verhindert werden, gleichzeitig musste meine Identit\u00e4t, meine Pers\u00f6nlichkeit erniedrigt werden. Auch musste an denen, die am antifaschistischen und antiimperialistischen Kampf teilnehmen, ein Exempel stautiert werden. Sie sagen: &#8222;Wenn ihr am demokratischen Kampf gegen den Faschismus teilnehmt, k\u00f6nnt auch ihr so enden. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr Journalisten oder sonst etwas seid.&#8220;<\/p>\n<p>Aber weder meine revolution\u00e4re Identit\u00e4t, noch der Kampf f\u00fcr Rechte und Freiheiten kann durch Repressionen und Verhaftungen verhindert werden. Direkt nach meiner Verhaftung wurde das t\u00fcrkische Konsulat in Mainz kontaktiert. Kannst du dir das vorstellen? Und obwohl ich keinen Kontakt zu dieser Institution wollte, wurde ich gefragt, ob ich Interesse daran habe.<\/p>\n<p>Der Staatsanwalt hat die f\u00fcr mich vorgesehene Haftanstalt ausgesucht und der Haftrichter hat diese Einrichtung akzeptiert. Ich wurde in einem Gef\u00e4ngnis, fernab von meinem Wohnort und selbst fernab von dem Ort, an dem man mich verhaftete, untergebracht. Ein Gef\u00e4ngnis, welches du, wenn du kein Auto hast, nicht erreichen kannst. An einem Ort, der niemandem ein Begriff ist. Welch Zusammenarbeit gegen eine revolution\u00e4re Journalistin, eine Frau, die kein anderes Interesse au\u00dfer dem Kampf gegen den Faschismus hat. Was ist der Grund f\u00fcr diesen Hass? Nat\u00fcrlich ist die Antwort auf diese Frage kein Geheimnis f\u00fcr mich. Erst recht nicht nach allem, was ich bis hierhin erlebt habe. Die Angriffe begannen schon am Tag meiner Inhaftierung, als man mir, entgegen meiner ausgedr\u00fcckten Ablehnung, Anstaltskleidung aufgezwungen wurde. Ich sagte: &#8222;Ich sterbe lieber, als dass ich Anstaltskleidung trage&#8220; und f\u00fchrte einen Kampf in Form des Todesfastens, welches am 44.Tag mit der Aush\u00e4ndigung der vom Gef\u00e4ngnis an mich verkauften zivilen Klamotten ein Ende fand. Das Todesfasten, welches ich begann, f\u00fchrte aus meiner Sicht zu einem Erfolg, da ich meine Kleidung erhalten habe. Ich m\u00f6chte nun erz\u00e4hlen, wie 42 der insgesamt 44 Tage meines Widerstands verlaufen sind, was f\u00fcr einen Widerstand ich letzendlich gef\u00fchrt habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Frau, vor allem mit meinem kulturellen Hintergrund, war es schwierig, in Unterw\u00e4sche vor andere Menschen zu treten. Anfangs habe ich versucht, meinen Oberk\u00f6rper mit einem Handtuch und meinen Unterk\u00f6rper mit einer Wolldecke zu verdecken (Ich trug eine enge, kurze Unterhose). Die Essensvergabe wurde von m\u00e4nnlichen Gefangenen in Begleitung von m\u00e4nnlichen Beamten durchgef\u00fchrt. Wenn ich mich aufrichtete, um mir ein Getr\u00e4nk zu nehmen, war mir dies nat\u00fcrlich unangenehm. Aber letztendlich war dies eine politische Haltung und ich befand mich im Widerstand. Die eigentliche Scham sollten die f\u00fchlen, die mich in diese Situation gebracht haben. Die Tage vergingen und nach einiger Zeit habe ich es gelassen, mich mit Handt\u00fcchern und Decken zu bedecken. Ich war vor lauter Schmerzen und Kraftlosigkeit nicht mehr in der Lage, mich um diese Dinge zu sorgen. Selbst die Ausgabe von Zucker und Salz, welches im Hungerstreik dringend notwendig ist, wurden zum Teil der Repressionen gegen mich. Abends nahm ich lediglich einen leicht ges\u00fc\u00dften Tee zu mir. Es gab Tage, da haben sie selbst diesen Tee &#8222;vergessen&#8220;. Meine Forderung nach Zucker wurde wegen gewissen, anderen Bedenken (was h\u00e4tte ich schon machen k\u00f6nnen? Ich rauche nicht, habe also kein Feuerzeug oder sonstiges besessen) abgelehnt. Auch meine Forderung nach Salz wurde auf dieselbe Weise abgelehnt. Trotz meiner mehrmaligen und ausdr\u00fccklichen Erkl\u00e4rversuche hie\u00df es, man w\u00fcrde dies bei einem Hungerstreik nicht nehmen k\u00f6nnen. Ich habe daraufhin geantwortet, dass es mir nicht wichtig ist, ob ich Salz und Zucker bekomme. Ich w\u00fcrde meinen Widerstand auch fortsetzen, wenn sie mir das Trinkwasser verbieten w\u00fcrden. Sp\u00e4ter haben sie auf Druck und Proteste von drau\u00dfen einen R\u00fcckzieher gemacht. Aber an diesem Punkt war das nicht mehr ausschlaggebend, da meine Fl\u00fcssigkeitszufuhr auf ein bis zwei Kaffetassen zu je 100 ml zur\u00fcckgegangen war und selbst die habe ich gegen Ende meines Widerstands durch Erbrechen ausgespuckt. Der K\u00f6rper hat die Fl\u00fcssigkeitszufuhr zunehmend abgewiesen.<\/p>\n<p>Ich war im untersten Stock. Die Fenster wurden mit einem wei\u00dfen Material undurchsichtig gemacht. Lediglich Sonnenlicht fiel in die Zelle. Das Fenster, das kaum breiter als meine durchaus kleinen H\u00e4nde war, hatte oben kleine L\u00f6cher, vielleicht so gro\u00df wie eine Bohne, durch die Luft und Sonnenlicht versuchte, seinen Weg in meine Zelle zu erk\u00e4mpfen. Dieses Fenster war immer ge\u00f6ffnet, trotzdem war meine winzige Zelle niemals wirklich durchl\u00fcftet.<\/p>\n<p>Zum Hofgang, also ans Tageslicht, durfte ich nicht, da ich die Anstaltskleidung nicht tragen w\u00fcrde. Diese 42 Tage nahmen erst ein Ende, als ich f\u00fcr den Krankenhaustransport in einen Polizeiwagen gezerrt wurde. Ich befand mich in einem kleinen Raum, in dem die Toilette unmittelbar neben mir stand und ich durchgehend per Kamera &#8222;\u00fcberwacht&#8220; wurde. In einem menschenunw\u00fcrdigen Raum und unter menschenunw\u00fcrdigen Verh\u00e4ltnissen. Am Anfang konnte ich die Toilette noch mit Hilfe eines Rollstuhls erreichen, aber sp\u00e4ter wurde auch das zu schwer f\u00fcr mich. Auch als ich es noch hinbekam, entstanden an meinen Beinen st\u00e4ndig Bluterg\u00fcsse. Ich denke die kamen davon, dass ich mich zu sehr an den Stuhl lehnen musste. Wie bereits erw\u00e4hnt: Menschenunw\u00fcrdige Verh\u00e4ltnisse. Was haben sie eigentlich \u00fcberwacht, als ich mich vor der Kamera unter Schmerzen \u00fcbergeben musste? Sie kamen nicht einmal zur Hilfe. Was sollte &#8222;\u00fcberwacht&#8220; werden und weshalb? Auch das war nichts anderes als eine Form der Folter.<\/p>\n<p>Und auch wenn ich keinen einzigen angenommen habe, haben die Angestellten st\u00e4ndig Essensteller auf meinem Tisch aufgestellt. Sie wurden so angewiesen! (Es kamen v.a. m\u00e4nnliche W\u00e4rter in mein Zimmer). Sie haben diese Essensteller auch nicht wieder mitgenommen. Dachten sie etwa, ich werde schwach und das Essen anr\u00fchren? Dieses Verhalten sollte erreichen, dass mein Wille gebrochen wird. Jedoch hat es nicht etwa dazu gef\u00fchrt, dass mein Wille bricht, oder dass ich das Verlangen bekomme, diese Dinge zu essen. Im Gegenteil: Je mehr sie brachten, desto schlechter wurde mir und desto st\u00e4rker wurde mein Wille. Ihr k\u00f6nnt euch vorstellen, dass mit diesen Tellern die Luft fast unausstehlich schlecht wurde. Ich musste mich schon vor meiner Verbringung ins Krankenhaus st\u00e4ndig \u00fcbergeben, mit diesen Tellern wurde alles nur noch schlimmer. Nach einer Weile nahm die Galle in meinem Auswurf zu. Ich habe kleine Handt\u00fccher benutzt, um damit zurechtzukommen.<\/p>\n<p>An das Waschbecken \u00fcber der Toillette kam ich nicht mehr an und obwohl ich st\u00e4ndig per Kamera \u00fcberwacht wurde, kam in dieser Anstaltsklinik niemand zur Hilfe, wenn ich mich \u00fcbergeben musste. Deshalb \u00fcbergab ich mich entweder auf mich selbst, oder auf den Boden. Sie gaben mir nichts, um den Boden zu wischen. Am Anfang habe ich den Boden, die heruntergefallenen Haare und den Staub mit Toilettenpapier aufgewischt, aber gegen Ende fehlte mir dazu die Kraft. Auf dem Boden sammelte sich Staub und meine Haare, auf dem Tisch stapelten sich dreckige Handt\u00fccher. Dazu muss ich noch sagen: Auch wenn meine Klinikzelle relativ sauber war, als ich dorthin verschleppt wurde, klebten an der Wand kleine St\u00fccke, ich nehme an es waren Essensreste, deren Anblick einem auf Anhieb \u00dcbelkeit brachte. Es war eine Zelle f\u00fcr Drogenabh\u00e4ngige und solche, die eine Entzugskrise erleiden. Das schlie\u00dfe ich daraus, dass sp\u00e4t Nachts und fr\u00fch Morgens h\u00f6rte ich Schreie, Schl\u00e4ge gegen T\u00fcre und W\u00e4nde sowie Ger\u00e4usche von weinenden Frauen.<\/p>\n<p>Meine kleine Zelle. Genannt wurde sie Krankenstation. F\u00fcr mich (und f\u00fcr jeden Menschen ganz egal, weshalb er eingesperrt ist) war es jedoch nichts anderes als eine Isolations- und Folterzelle. Keine Hygiene, die Luft hat fast schon Angst, durch die viel zu kleinen \u00d6ffnungen durchzudringen. Den Tag- und Nachtwechsel erkennt man lediglich durch das bisschen Licht, dass schwerlich den Weg in die Zelle findet. Solch eine Zelle, die selbst f\u00fcr eine gesunde Person unzumutbar ist, war f\u00fcr mich, die ich auf Hilfe im fortgeschrittenen Stadium meines Hungerstreiks angewiesen war, ist nichts weiter als Folter und Boshaftigkeit. Kann es etwas anderes sein? Ich wurde dort nicht etwa f\u00fcr einen Tag oder eine Woche gehalten, sondern fast einen ganzen Monat&#8230;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sagten sie, dass sie sich &#8222;um mich sorgten!!!&#8220; Aber worum eigentlich? Dachten sie an die von den Nazis ermordeten V\u00f6lker? Es waren nutzlose Menschen, die hingerichtet wurden, weil sie den Nazis zufolge das Volk und die Welt verdreckten. Ich zumindest habe in dieser Zelle viel daran gedacht. &#8222;Krankenstation&#8220;, Folterzimmer, Gaskabine. Nat\u00fcrlich dachte ich daran. Gaskammern k\u00f6nnen sie nicht mehr einrichten, aber die gro\u00dfe, furchteinfl\u00f6\u00dfende Unmenschlichkeit hielt an. Die Gesinnung ist \u00e4hnlich. Heute sterben sie nicht mehr auf einmal, sondern durch Folter und verl\u00e4ngert auf mehrere Tage. Die modernisierte Form. Ich habe das Tagebuch von Anne Frank gelesen. Ich lese also von einem kleinen M\u00e4dchen, wie sie sich vor den Nazis versteckt, entdeckt wird, die Brutalit\u00e4t der Nazis. Ich erlebe \u00e4hnliches in unserer modernen Welt, in Deutschland. Eine Antifaschistin, nein sogar Sozialistin, die gegen Hunger und Elend, Ungerechtigkeiten, f\u00fcr Brot und Gerechtigkeit k\u00e4mpft, war f\u00fcr diese Menschen nutzlos. Ich war f\u00fcr diese Menschen lediglich ein Verlust von Zeit und Geld. Und als wenn das nicht reichen w\u00fcrde, wurde ich mit meinem Widerstand auch noch zu einem &#8222;l\u00e4stigen Problem&#8220;. Sie wollten meine Pers\u00f6nlichkeit und meine Identit\u00e4t zerm\u00fcrben. Mein Recht auf einen Prozess ohne Untersuchungshaft wurde unterschlagen, ich wurde in eine vorher abgestimmte JVA verbracht und das Mainzer Konsulat wollte mich unverz\u00fcglich besuchen. F\u00fcr alles, jede noch so kleine Angelegenheit, brauchte ich eine richterliche Erlaubnis. Von dort gingen die Antr\u00e4ge an die Anstalt. Jeder Antrag zieht sich also \u00fcber Monate hin. Ich habe bis jetzt, au\u00dfer mit meinem Anwalt, keine Telefongespr\u00e4che gef\u00fchrt. Erst nach 2 Monaten habe ich den ersten Besuch bekommen. Der Antrag f\u00fcr B\u00fccher und Zeitschriften wurde erst nach 2 Monaten bewilligt. Trotzdem habe ich bis heute kein einziges Buch von drau\u00dfen erhalten. Ich besitze jedoch die W\u00fcrde und den Stolz, gegen all diese Ungerechtigkeiten Widerstand geleistet zu haben.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass ich legitim und im Recht bin. Antifaschismus und Antiimperialismus ist kein Verbrechen, sondern eine nat\u00fcrliche Menschheitspflicht und es liegt auf der Hand, wer die wahren Verbrecher sind. Meine Erlebnisse so unmittelbar am Beginn meiner Gefangenschaft sind ein weiteres Beleg daf\u00fcr. Ich habe verstanden, dass kein juristisches, sondern ein politisches Verfahren auf mich wartet. Von dir, von euch m\u00f6chte ich, dass ihr mich in meinem Kampf f\u00fcr Freiheit nicht alleine lasst. In meiner Person soll n\u00e4mlich der antifaschistische, antiimperialistische Kampf verurteilt werden.<\/p>\n<p>In meiner Person soll der Kampf gegen Drogen-, Gl\u00fccksspiel und jede Andere Form der Sucht, verurteilt werden.<\/p>\n<p>In meiner Person soll der Kampf gegen Rassismus und Polizeigewalt verurteilt werden. Ich m\u00f6chte deshalb, dass ihr all das, was ich hier beschrieben habe, an eine breite \u00d6ffentlichkeit tragt. Auch im Gef\u00e4ngnis werde ich nicht aufh\u00f6ren, die Wahrheit zu schreiben und die Rechte der unterdr\u00fcckten V\u00f6lker einzufordern.<\/p>\n<p>Genauso, wie ihr die Stimme meines Todesfastens nach drau\u00dfen getragen habt und ich dadurch meine Rechte erk\u00e4mpft habe und immernoch lebe, so werde ich auch meine Freiheit einzig auf diesem Wege erlangen. Das Komplott, dass gegen mich geschmiedet wurde, werde ich nur so beseitigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich fordere Gerechtigkeit! Die wahren Kriminellen, die die Kinder ermorden und anschlie\u00dfend ihre M\u00fctter ausbuhen lassen, die wahren Terroristen m\u00fcssen \u00f6ffentlich gemacht werden. Und wenn jemand eine Strafe erhalten soll, dass sie.<\/p>\n<p>Ich beende meinen Brief f\u00fcrs Erste.<\/p>\n<p>BIS BALD!<\/p>\n<p>\u00d6zg\u00fcl EMRE<\/p>\n<p>18.8.2022<\/p>\n<p>PS: Im Nachhinein habe ich Gefangene mit ihrer eigenen Kleidung gesehen. Das hei\u00dft: Es geht doch. Gefangene, die auf ihre Entlassung warteten, konnten wochenlang mit ihrer Kleidung verbringen. Das bedeutet, dass obwohl ich im Sterben lag, der BGH meine Klamotten mutwillig zur\u00fcckgehalten hat. Ich h\u00e4tte diese Kleider zumindest so lange haben k\u00f6nnen, bis die von der Anstalt bestellten und versp\u00e4teten Kleider ankommen. Mein Anwalt hatte das vorgeschlagen, aber auch das wurde abgelehnt. Ich habe auch au\u00dfer meiner Essensverweigerung keine Probleme mit Beamten oder anderen Gefangenen gehabt. (Selbst wenn, w\u00e4re das kein Grund, mir das alles anzutun)!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Brief wurde von \u00d6zg\u00fcl Emre k\u00fcrzlich von der JVA Rohrbach an ihren Anwalt geschickt und vom T\u00fcrkischen ins Deutsche \u00fcbersetzt. Sie beschreibt die Foltermethoden der Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rden, die ihr keine sanit\u00e4ren Bedingungen und keine Privatsph\u00e4re gew\u00e4hren. &#8222;Wie geht es dir? Wie geht es euch? 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